Open Graph. Learn to adapt – or die!

In letzter Zeit hab ich das Gefühl dass sich Meldungen und Artikel darüber häufen, dass die Interaktion mit Marken auf Facebook zurückgeht. Weniger Leute pro Tag liken Pages von Unternehmen. Es gibt weniger Aufrufe der Timeline von Pages in Summe.

Es gibt jetzt unterschiedliche Ansätze, wie Experten versuchen dieses Phänomen zu begründen und viel wird hier auch auf die Einführung von Timeline verwiesen – was sicherlich auch mit ein Grund ist – für mich aber nicht den Kern des Problems trifft. 

Ich muss zugegebener Maßen sagen, dass sich über den Zeitraum der letzten 9 Monate meine Einstellung zum Thema “Unternehmen und Facebook” maßgeblich gewandelt hat. Ich bin dabei zu der Überzeugung gekommen, dass das Kernproblem in der Intention liegt, warum Menschen Facebook nutzen.

Sie tun dies, um mit ihren Freunden in Kontakt zu bleiben. Um direkt mit Ihnen zu kommunizieren, um etwas aus ihrem Leben mitzubekommen und um interessante Dinge aufzuschnappen, die gerade viele meiner Freunde empfehlen.

Die Präsenz von Unternehmen auf Facebook ist für die Mehrheit der Menschen letzten Endes genauso “attraktiv”, wie jegliche andere Form von disruptiver Werbung.

Hier mag jetzt jeder aufspringen und mich eines besseren belehren der schon total erfolgreiche Dinge auf Facebook gemacht hat, bei dem total viele Menschen mitgemacht haben – ja sogar ohne dass es ein iPad zu gewinnen gab, und er mag betonen, wie toll das “Engagement” gewesen ist, dass es sogar meßbar den Verkauf angekurbelt und die Marke positiv beeinflusst hat usw.

Ja – glaube ich. Würde disruptive Werbung gar nicht funktionieren, gäbe es sie nicht.

Und ich bezweifle auch gar nicht, dass Facebook einen Impact darauf hat, was man versucht zu tun und dass sich dadurch sowohl Kundenservice, als auch Marketing orientierte Dialoge mit Konsumenten weiterentwickelt haben (als auch viele weitere Aspekte) – trotzdem gibt es nach wie vor die Herausforderung zu managen, dass ich als Privatperson eigenltich nicht Facebook öffne, um mal zu schauen was die Marken so treiben die ich mag.

Unternehmen versuchen nach wie vor uns ihre Geschichten auf Facebook zu erzählen und wir sollen auf diese Geschichten, entweder über unseren Newsfeed oder durch Werbung – damit verdient Facebook ja sein Geld – aufmerksam werden und diese spannend finden.

Wir kommen aber um die Geschichten unserer Freunde zu hören und wer jetzt über die Änderungen der Timeline jammert, hat offensichtlich noch relativ weniger Zeit damit verbracht, sich Open Graph genauer anzuschauen.

Was Facebook einem an der einen Stelle genommen zu haben scheint, gibt uns Facebook ja – glücklicher Weise – und das auch noch viel besser – an anderer Stelle zurück ;)

Open Graph. Learn to adapt – or die!

Mit Open Graph hat man kurz zusammengefasst die Möglichkeit den Konsumenten die Geschichten erzählen zu lassen.

  • Sebastian hat sich ein <insert car here> von <insert brand here> konfiguriert.
  • Sebastian hat sich die iPhone App von <insert brand here> runtergeladen.
  • Sebastian hat sich für <inser service here> bei <insert brand here> angemeldet.
  • Sebastian hat sich <insert product here> von <insert brand here> gekauft
  • Sebastian wünscht sich <insert product here> von <insert brand here>
  • usw.

Alle Interaktionen die ich mit Produkten und Marken – auf den Webseiten, in den Apllikationen dieser Unternehmen – habe, können sehr fluffig mit Hilfe von Open Graph auf Facebook eine Sichtbarkeit erlangen.

Genutzt und so richtig entdeckt wird Open Graph aber im Moment noch primär von Anbietern von Apps wie Instagram Spotify, Amen und Co.

  • Sebastian hat ein Foto bei Instragram hochgeladen
  • Sebastian hört <insert song> bei Spotify
  • Sebastian amen’d <insert a strong opinion here> 

Und wenn man sich jetzt z.B. die Instagram Implementation von Open Graph anschaut und mal auf einen Eintrag von Instagram auf Facebook klickt und sieht, dass er dann bei Instagram sofort eingeloggt ist und mit diesem Eintrag sofort etwas anstellen kann, dürfte das gesamte Potential dahinter entdecken.

Ich denke hier wird einfach auf Seite von Unternehmen und Agenturen ein Weiterentwicklung im Denken stattfinden müssen. Für die Agenturleute eigentlich eine gute Nachricht. Ihr könnt wieder alle zu euren Kunden gehen und ihnen erklären, was das mit diesem “Open Graph” eigenltich genau auf sich hat und warum das viel toller ist, im Vergleich zu dem was noch die alten Facebook Pages gewesen sind ;)

Hier dürfte es jetzt aber gerade in Deutschland spannend werden, inwiefern dieser Entwicklungschritt wirklich von den Unternehmen angenommen werden wird, da dies eine tiefergehende Integration von Facebook notwendig macht und das jedem Datenschutz-Beauftragten noch mehr Bauchschmerzen bereiten dürfte, als er durch die Einführung des Like-Buttons eh schon hatte.

Nichts desto trotz würde ich jedem raten, die Konsequenz dieser Entwicklung weiter zu durchdenken, da die grundsätzliche Idee dahinter ja gut ist:

Die Konsumenten erzählen die Stories auf Facebook – nicht die Marken selbst. Und das passt dann auch wieder viel besser zu der Intention des Nutzungsverhaltens: wir wollen auf dem laufenden bleiben was unsere Freunde so treiben. 

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The Restless Mind

am 09.07.2012

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